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FINN KOCH

Bergführer zu sein, ist kein Job, sondern eine Lebensaufgabe. Wer sich dafür entscheidet, begleitet Touristen sicher in die höchsten Regionen der Alpen und sorgt für ihre Sicherheit. Doch neben der Leidenschaft für die Berge, braucht man Disziplin, Durchahltevermögen und Fleiß. Bereits die dreijährige Ausbildung ist hart und herausfordernd. Denn die Teilnehmer müssen nicht nur bergsteigerisch fit sein, sondern sie müssen sich auch mental auf unterschiedliche Bergtouristen einstellen. Die Klimaveränderungen in den Alpen verlangt zudem ein Höchstmaß an Flexibilität, um sich auf die neuen Gegebenheiten einzustellen.

Finn Koch lässt sich derzeit zum Ski- und Bergführer ausbilden. Wir haben ihn nach seinen bisherigen Erfahrungen und nach seiner Motivation für diesen Berufswunsch gefragt. Hier könnt ihr das ganze Interview nachlesen:

Scarpa Stories: Was ist das Spannendste, das du diese Woche gelesen oder gesehen hast?

Finn: Alpinistisch sicher die erste Winterbesteigung des K2. Extreme Leistung. Gesellschaftspolitisch finde ich die Corona Problematik echt interessant. Nicht nur weil diese einen Bergführer in seiner Berufsausübung einschränkt, sondern weil der Job der Politiker als Krisenmanager Parallelen zu dem Job eines Bergführers in den Bergen aufweist. Verantwortung für andere übernehmen und die Geschehnisse in die vermeintlich richtige Richtung lenken, heißen die Stichworte da.

Scarpa Stories: Wann und wie hast du mit dem Bergsport angefangen?

Finn: Relativ spät. Als ich 15 Jahre alt, musste ich verletzungsbedingt meine „Karriere“ als Skirennläufer an den Nagel hängen. Als Ausgleich bin ich dann jeden Tag zum Klettern gegangen. Zuerst hat mich ein Freund sehr oft mitgenommen, später hab ich auch große Unterstützung vom DAV Expeditionskader erhalten.

Scarpa Stories: Was treibt dich an als Bergführer arbeiten zu wollen?

Finn: Ein Punkt warum ich mich für diesen Beruf entschieden habe, war natürlich meine Leidenschaft zum Beruf zu machen. Seinen Gästen, die zugleich immer mehr zu Freunden werden, ein unvergessliches und vor allem sicheres Bergerlebnis zu ermöglichen, gibt auch einem Bergführer ein super Gefühl. Früher habe ich jedes Wochenende irgend eine gefährliche Route klettern müssen, um dieses Gefühl zu bekommen. Die Challenge hat sich gewandelt. Heute versuche ich das beste für mich und meine Gäste rauszuholen. Das kann auch Bestätigung geben.

Scarpa Stories: Was sind die Grundvoraussetzungen für die Ausbildung und wie lange dauert diese in etwa?

Finn: Grundvoraussetzung für die Aufnahme in die Bergführerausbildung ist ein sehr hohes persönliches Können in allen Spielarten des Alpinismus. Klettern, Skifahren, Hochtouren gehen… Das gehört alles dazu. Neben dem  persönlichen Können, finde ich auch das Interesse an der Arbeit mit Menschen, einen ganz wichtigen Faktor. Die Probleme und Herausforderungen seiner Gäste anzunehmen und angemessen darauf reagieren, ist mindestens genauso wichtig wie die richtige Tourenwahl zu treffen.

Scarpa Stories: In vier Stichworten – wie hast du die Zeit während deiner Ausbildung empfunden?

Finn: Herausfordernd, anstrengend, prägend, Freundschaftlich

Scarpa Stories: Als Bergführer bist Du auch einmal „Risikomanager“ für Deine Kunden. Wie versuchst Du die alpinen Gefahren zu minimieren?

Finn: Das ist natürlich DER Hauptbestandteil der Bergführerausbildung. Das geht von Lawinenbeurteilung, über Materialkunde, hin bis zu den psychologischen Faktoren wie man Drucksituationen am besten löst. Unsere Gäste zahlen eine Menge Geld und wollen dann logischerweise auch auf den Gipfel. Aber manchmal geht’s einfach nicht, da kann auch der beste Bergführer nichts machen. Diese Situationen bergen Risiken. Um mich nicht von meinen Emotionen leiten zu lassen, stelle ich mir oft die „Drohnenperspektive“ vor. Ich überlege mir, wie eine Drohne von oben die aktuelle Situation bewerten würde. Das hilft mir, eine objektive und hoffentlich richtige, Entscheidung zu treffen.

Scarpa Stories: Wie sieht dein «Outdoor-Alltag» aus?

Finn: Das ist ganz unterschiedlich. Ohne Kaffee am Morgen kann ich nicht aus dem Haus oder der Hütte gehen. Und dann ist es ganz verschieden nach Jahreszeit und Lust & Laune. Skitouren stehen aktuell aber ganz hoch im Kurs. ;-)

Scarpa Stories: Was ist deine Lieblingsdisziplin?

Finn: Klassisches Bergsteigen im Frühsommer finde ich richtig cool. Im Dunkeln an der Hütte starten und dann in den Sonnenaufgang hineinklettern. Den Tag in den Bergen, auf 4000 Meter, zu beginnen ist wunderbar. Im Winter dann auf Skitour gehen. Schnell hochlaufen und cool im Tiefschnee runterfahren. Schont die Gelenke und macht mega Spaß.

Scarpa Stories: Was wird dein nächstes Projekt?

Finn: Ziel war es eigentlich dieses Jahr das hochalpine Skitourenrennen „Mezzalma“, im Aostatal mitzulaufen. Das wurde wegen Corona allerdings vor ein paar Tagen abgesagt. Ehrlich gesagt, ich weiß es jetzt noch nicht.

Scarpa Stories: Top-3 für Bergtouren für den Sommer?

Finn: Von leicht bis schwierig - Wandern/ Klettersteige in in der einsamen Palagruppe, Dolomiten (überwiegend leicht). Im Allgäu auf die südliche Fuchskarspitze (2280m) wandern/ kraxeln (mittelschwierig). Bergsteigen an der Mont Blanc Südseite (sehr schwierig).

Scarpa Stories: Vielen Dank, Finn. Und viel Erfolg bei deiner Ausbildung!
© becoming-guide.de

Du träumst auch von dem Beruf als Bergführer?  Dann schaue dir den Kurzfilm "Becoming a Guide" an und gewinne tiefe Einblicke und Hintergründe in das Leben von Bergführern und Bergführerinnen. Deuter und VDBS (Verband Deutscher Berg- und Skiführer) haben die beiden zwei angehenden Bergführer Finn Koch und Bianca Schörfele auf Ihrem Weg durch die Ausbildung zum staatlich geprüften Berg- und Skiführerbegleitet.

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