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BY FAIR MEANS

Auf der Fahrt von München nach Garmisch fallen einem unweigerlich zwei Gipfel ins Auge, die pyramidenartige Alpspitze direkt über Garmisch und ein Stück westlicher die klobige Zugspitze. Diese beiden Gipfel verbindet die wahrscheinlich bekannteste Gratüberschreitung der Ostalpen, der 6 km lange Jubiläumsgrat mit knapp 1000hm und viel Kletterei im 2. Schwierigkeitsgrat.

Wie es der Zufall so will, war genau dieser Grat vor 6 Jahren meine erste große alpine Bergtour. Seitdem bin ich den besagten Grat insgesamt sechs Mal gegangen, im Sommer als Berglauf um meine persönliche Leistungsgrenze auszuloten und im Winter als alpine Genusstour mit Steigeisen und tollem Ausblick.

An solchen langen Touren reizt mich besonders der „by fair means“ Gedanke - sprich ohne Bergbahnen oder E-Bike - rein durch Muskelkraft den Berg zu besteigen. Da der Jubiläumsgrat doch irgendwie über die Jahre zu einem meiner Hausberge geworden ist, war der Gedanke nicht fern, die Tour einmal wirklich By Fair Means zu bestreiten, also ab der Haustür und wieder zurück.

Ein motivierter Tourenpartner war mit Marie schnell gefunden. Wie es Zufall und Wettergott dann so wollten mussten wir das Projekt fast einen Monat vor uns herschieben und konnten erst Ende September starten. So starteten wir an einem Samstagmorgen Ende September um 5 Uhr mit dem Gravelbike in Wolfratshausen, unsere gesamte Ausrüstung in Satteltasche und Trailweste verstaut. Neblig und kalt war es und wir sind heilfroh, dass nach 1,5h die Sonne aufgeht. Insgesamt 65km und 3h später kommen wir in Hammersbach an, deponieren unsere Räder bei einer Freundin und wechseln auf unsere Trailrunningschuhe und Laufweste.

Los gehts, etwa 25km und 3000hm liegen vor uns, im Laufschritt gehen wir durch die Höllentalklamm und weiter zur Höllentalangerhütte. Nach etwa einer Stunde finden wir das richtige Tempo, gestartet sind wir deutlich zu schnell.

Am so genannten Brett ist dann das erste Mal Konzentration gefragt, Stöcke weg, Helm auf und Schritt für Schritt über verbogene Metallstifte queren, das ist nicht wirklich schwer aber doch ausgesetzt. Danach noch schnell die Wasservorräte aufgefüllt und weiter zum Gletscher(-chen) der zu dieser Jahreszeit meist komplett blank ist. Die leichten Snonwspikes erweisen sich als gerade noch tauglich für solches Gelände und wir können am Einstieg noch schnell einige andere Bergsteiger überholen.



Als wir endlich den vollkommen überfüllten Gipfel der Zugspitze erreichen machen wir nur schnell ein Selfie und füllen an der Gipfelstation Wasser auf. Endlich geht es für Maria und mich auf den Jubigrat, das Wetter an diesem Tag ist einfach perfekt, keine einzige Wolke am Himmel aber nicht zu warm. Die leichte Kletterei am Grat macht Spaß, wir finden sofort einen guten Rhythmus und kommen zügig voran. Das stetige auf und ab am Grat ist mindestens so konstant wie der Schotter in den leichteren Passagen, aber das stört uns nicht wirklich. Wir bleiben konzentriert und könne immer wieder den spektakulären Tiefblick in das Höllental genießen.

Während des ersten steilen Aufstieges zur Inneren Höllentalspitze merken wir dann langsam, dass unsere Beine heute schon einiges getan haben und uns beschleicht das Gefühl, der Tag könnte doch etwas länger werden. So geht es in konstantem Tempo weiter; rauf und wieder runter dabei wechseln sich Kletterei, Gehgelände, Drahtseil und Schotter ab, die perfekte Mischung, wir sind voll in unserem Element.



An der Biwakschachtel machen wir die erste richtige Pause, 15min sitzen und Reserven wieder auffüllen. Weiter gehts, das Biwak wäre eh schon mehr als voll gewesen…
Über die steile Vollkarspitze gehen wir weiter in die Grieskarscharte und dann folgen die letzten 250hm zur Alpspitze. Auf allen Vieren krabbeln wir über den Grat zum Gipfel, unsere Oberschenkel sind mittlerweile nicht mehr wirklich fit. Oben angekommen kurz ein paar Bilder, denn der Sonnenuntergang direkt hinter der Zugspitze ist einfach magisch. Beschattet wird die großartige Stimmung jedoch von einem ziemlich simplen Gedanken: Wie zur Hölle sollen wir die 1900hm Abstieg packen?

Erstmal geht es die Nordwand Ferrara runter, nochmal eine halbe Stunde müssen wir konzentriert bleiben, dann stehen wir pünktlich zum Eintritt der Dunkelheit am Fuße der Alpspitze. Im Lichtkegel der Stirnlampe geht es dann durch das Skigebiet und über den Jägersteig zurück nach Hammersbach. Der Abstieg läuft viel besser als gedacht und wir können einiges der Wegstrecke joggen, dabei sind wir heilfroh den angenehm gedämpften Ribelle Run an unseren Füßen zu tragen, mit einem härteren Schuh wäre das eine wirkliche Qual gewesen nach 10 Stunden Gehzeit.



Um kurz nach 21Uhr kommen wir endlich bei den Rädern an und bestellen erstmal in Garmisch eine Pizza. Drauf haben wir uns während des Abstiegs innerhalb weniger Sekunden geeinigt und genau das war auch unser Antrieb den Abstieg so schnell wie möglich durchzuziehen.

Kurz darauf sitzen wir auf dem Bike und rollen Richtung Garmisch Innenstadt, schneller Boxenstopp für besagte Pizza und schon sitzen wir wieder im Sattel. Nach kurzer Zeit fallen uns erstaunt zwei Dinge auf: 1. es geht größtenteils stetig bergab und 2. die Beine sind noch richtig gut darin kräftig in die Pedale zu treten. So entschließen wir uns nur auf Teer zu fahren und es geht mit einem annähernd 30er Schnitt über die nächtlichen Straßen heimwärts. Um kurz nach 1Uhr nachts kommen wir dann müde, erschöpft aber überglücklich in Wolfratshausen an und können kaum glauben, dass 20 Stunden so schnell vergangen sind.
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